Ein für Kirchberg seltenes Ereignis fand am Samstag statt. Es musste gesprengt werden. Im Bereich der Hermannshöhle – der größten Tropfsteinhöhle Niederösterreichs, und zusätzlich NATURA2000-Europaschutzgebiet – stellte eine große Felsschuppe ein erhebliches Gefahrenpotential dar. Der Felsen wurde bereits im vergangenen Jahr besichtigt und Kontrollmaßnahmen wurden gesetzt. Durch den starken Frost im Winter, Durchwurzelung von Bäumen und wahrscheinlich auch durch die Erdbebenserie im April war nun Handlungsbedarf gegeben. Die Felsschuppe, die sich oberhalb des Fußweges vom oberen Höhlenausgang befindet, war nur noch stellenweise mit dem Gebirge verbunden, der Spalt zwischen Felsen und Gebirge wurde offensichtlich größer. Bei Besichtigungen der Grundstückseigentümer und des Höhlenvereins wurden weitere, neue Felsbrocken und Abplatzungen gefunden, die erst kürzlich auf den Weg gestürzt sind. Vor Aufnahme des Besucherbetriebs zu Pfingsten, musste diese Bedrohung beseitigt werden. Als erste Sofortmaßnahme wurde der Weg umgehend gesperrt.
Bürgermeister Fuchs forderte daraufhin die Sprengdienstgruppe Industrieviertel der Feuerwehr an. Unter der Führung von Martin Ertl und Mitwirkung unseres Kommandant-Stellvertreters Markus Tauchner, der ebenfalls Mitglied der Sprenggruppe ist, arbeiteten 9 Mann der Sprenggruppe und weitere 8 Mitglieder der NÖ Höhlenrettung an diesem herausfordernden und seltenen Einsatz.
Das Ziel der Sprengung ist, die Felsschuppe nicht nur abzusprengen, sondern gleich in Schotter zu zertrümmern. Es wurden mit Pressluftbohrhämmern 15 Löcher gebohrt, die bis zu 2 m tief angelegt werden mussten. Der Pressluftbohrer wurde von 3 Männern in der Wand hängend bedient. Die Höhlenrettung übernahm die Absicherung der Feuerwehrleute mittels Kletterausrüstung in diesem schwierigen, steilen Gelände. Insgesamt wurden 4 kg Sprengstoff verwendet. Nachdem die Sicherheit hergestellt und die Ramsstraße kurzfristig gesperrt wurde, erfolgte die Sprengung.
Die Sprengung verlief erfolgreich. Die Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen war hervorragend und die Sicherheit auf dem Weg und im Bereich der Höhle ist wieder voll hergestellt.
























